Grundlagen der Animation
3. Photostory vs. Animation
Wenn man die einzelnen Bilder einer Bildfolge zu lange stehen lässt und zudem die Bildinhalte zu große Sprünge machen, dann geht die Illusion der Bewegung verloren und man hat es nicht mehr mit einer Stop-Motion-Animation zu tun, sondern dann ähnelt es eher einer Photostory, wie man sie aus dem "Bravo"-Jugendmagazin kennt.
Wenn man eigentlich einen Animationsfilm erstellen wollte, jedoch den Aufwand unterschätzt, kommt man in Versuchung, den Film auf diese Weise zu strecken. Häufig werden dann in Dialogszenen Einzelbilder für einige Sekunden gehalten. Hat man die Ablaufgeschwindigkeit auf 12 fps eingestellt, dann nimmt man für drei Sekunden Film 36-mal das gleiche Bild auf.
- Das führt zu einer unnötigen Ressourcenverschwendung und kann langsame Computer unnötig überlasten.
- Die Übersicht wird zudem erschwert.
Die Stop-Motion-Software, die man dazu verwendet, ist zwar dazu gemacht, um aus einer großen Anzahl an Einzelbildern einen Film zu erstellen, jedoch gibt es für diesen speziellen Fall einfachere Methoden. Eine Photostory lässt sich besser direkt in einem Videoschnittprogramm erstellen.
- Einzelne Bilder können in der Zeitleiste auf eine beliebige Länge gezogen werden, wobei man diese direkt an die Dialoge anpassen kann. Dies geht einfacher als die nachträgliche Anpassung einer Videosequenz, die in einem Stop-Motion-Programm erstellt wurde und noch nicht ganz mit der Dialogabfolge übereinstimmt.
- Die Bilder werden entweder direkt im Schnittprogramm von der Videokamera als Einzelbild aufgenommen oder vorher mit einer Photokamera aufgenommen und importiert.
Es ist nicht so, dass die Produktion einer Photostory mit einer Stop-Motion-Software schwieriger ist als eine vollständige Animation, aber mit einem Videoschnittprogramm ist es einfacher, da man nur eine überschaubare Anzahl an Einzelbildern zu bearbeiten hat.


