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Grundlagen der Animation

2. Animationsarten - Zeichentrick

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Ausgangsmaterial der Einzelbilder sind Zeichnungen, die sich Bild für Bild kontinuierlich verändern. Dies entspricht dann dem Prinzip des Daumenkinos. Die zeichnerische oder malerische Technik ist einem selbst überlassen, alles ist möglich.

Es ist zu bedenken, dass ein klassischer Zeichentrickfilm ein zeitaufwendiges Projekt ist. Bei einer Abspielgeschwindigkeit von 12 fps (frames per second) benötigt ein einminütiger Abschnitt 720 Einzelbilder, die erst einmal gemalt werden müssen. Da diese Bilder inhaltlich genau zueinander passen müssen, wird es quasi unmöglich, sie parallel und unabhängig voneinander zu zeichnen. Man muss sich einige Tricks bei den Profis abschauen, um vernünftig in Gruppen arbeiten zu können.

"Cel"-Animation

Mit "Cels" sind transparente Folien gemeint. Dadurch kann man auf mehreren Ebenen malen und somit Vorder- und Hintergrund voneinander trennen. So müssen Bereiche, die unverändert bleiben, nicht jedes Mal neu gemalt werden. Wie viele Ebenen man nutzt, ist jedem selbst überlassen. Man kann auch einzelne Charaktere auf einer Ebene animieren (siehe Abbildung), oder sogar den Hintergrund noch weiter unterteilen und gegeneinander verschieben, um so einen räumlichen Effekt zu erzielen.

Prinzip der Cel-Animation
Quelle: Wikipedia (GFDL)

Mit der Nutzung von fixierten Ebenen vermeidet man das Flattern der entsprechenden Bildbereiche während des Abspielens der Animation. Dieser Effekt tritt sonst auf, wenn man jedes Bild neu zeichnet, es aber nicht genau deckungsgleich schafft. Dies ist häufig beabsichtigt, da es dem Film einen gewissen Charakter verleiht. Bei der Zell-Animation wird dieser Effekt geglättet.

Vorzeichnen, Übertragen und Ausmalen

Nebenbei werden die Hintergründe auf Papier oder Folie gemalt. Diese Arbeiten können auf mehrere Gruppen verteilt werden, die parallel arbeiten können. Am Ende werden die Einzelteile für das Abfotografieren zusammengelegt.

Man kann erkennen, dass auch der Materialaufwand enorm ist. Heutzutage werden bei professionellen Zeichentrickproduktionen die Vorzeichnungen nicht mehr auf Folien, sondern direkt in den Computer übertragen. Dort werden die Zeichnungen weiterbearbeitet, eingefärbt und zu Animationssequenzen zusammengestellt. Somit ist auch der "klassische" Zeichentrickfilm heute ein Produkt aus dem Computer.

Während die Profis teure Spezialsoftware für diesen Prozess benutzen, kann man es im Prinzip auch mit jedem kostenlosen Bildbearbeitungsprogramm durchführen, welches ein Arbeiten mit Ebenen ermöglicht (z. B. "The Gimp" oder "Paint.net"). Die Einzelbilder müssen dann aber noch in einem Animations- oder Videoschnittprogramm zusammengefügt werden.

Alles in allem ist eine klassische Zeichentrickproduktion die aufwendigste der in diesem Modul vorgeführten Animationsarten. Sie erfordert diszipliniertes und strukturiertes Arbeiten.


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© Claus Henkensiefken, IMIS, Universität zu Lübeck, 2006